(+49) 0221-25 50 50
Montag bis Freitag von 10:30 bis 18:30 Uhr
Samstags von 10:00 bis 16:00 Uhr


Mein Warenkorb

0

Total: 0,00 €


Schuh-LexikonJohn Crocket's Lexikon für klassische englische Schuhe

Lesen Sie in unserem Schuh-Lexikon alles Wissenswerte über die Qualität von Crocket’s Shoes: Was bedeutet eigentlich „rahmengenähter Schuh“? Welche klassischen Schuhformen gibt es? Und welche Sohlenvarianten? Und schließlich: wie sollte man Lederschuhe pflegen, damit sie lange halten und immer gut aussehen?

Rahmengenähte Schuhe in Handarbeit

Viel hat sich geändert, nur das Eine nicht: John Crocket Schuhe werden wie eh und je handgemacht. Sicherlich helfen dabei auch Maschinen wie zum Beispiel beim Nähen der Rahmennaht, aber bei jedem Paar wird das Leder per Hand zugeschnitten, auf den Leisten gezogen und per Hand gefinished.

Das Leder beziehen wir von den Gerbereien Du Puy und D’Annonay, die Gummisohlen von Dainite, Vikram und Finprojekt.


Legendär ist die Rendenbachsohle aus Trier, einer der letzten Gerbereien, die rein vegetative Eichenholz Grubengärbung betreiben. Alle von Crocket verwendeten Leder sind frei von Chrome.

Was bedeutet „rahmengenähte Schuhe“?

Zunächst einmal sind gute rahmengenähte Schuhe handgemacht. Die Sohle wird von Hand vernäht und nicht nur mit dem Rahmen verklebt. Unsere Rahmen werden im „Goodyear welted“-Verfahren genäht, siehe Kasten.

Der Schuh kann durch dieses Verfahren dem Fuß festen Halt im Schuh geben. Gleichzeitig bleibt die Sohle elastisch genug, um sich dem natürlichen Abrollen des Fußes anzupassen.

Wer rahmengenähte Schuhe trägt, zeigt, dass er Wert auf Qualität legt, Handarbeit und Tradition schätzt. Das macht den rahmengenähten Schuh zum perfekten Business Schuh.

Manche behaupten: „Schuhe spiegeln den Charakter des Menschen wieder.“ Ob dieses so ist, lassen wir dahingestellt, wichtig jedoch ist, dass ein Schuh den Fuß schützen sollte. Fakt ist, dass wir uns nicht mehr viel auf weichem, sondern fast nur auf hartem Untergrund bewegen. Und dieses belastet Sprung-, Knie-, Hüftgelenk und Wirbelsäule. Gutes Schuhwerk sollte daher den Fuß stützen ohne ihn zu beengen und gleichzeitig den Druck des harten Untergrundes dämpfen.

„Goodyear welted“

Mehr als zweihundert Arbeitsschritte bedarf es, um einen Crocket Schuh herzustellen. Der Schuh baut sich von unten nach oben folgendermaßen auf: Absatz und Laufsohle, Korkausballung mit Gelenkfeder, Brandsohle.

Die Brandsohle ist das Herz des Schuhs. An ihr wird, mit einer am Ende unsichtbaren Naht, der Rahmen mit dem Oberleder befestigt. Am Rahmen wiederum wird mit einer sichtbaren Naht (falls nicht die Technik einer Rissnaht verwendet wird) die Laufsohle befestigt. Das Anbringen dieser Nähte wird mit Hilfe von Maschinen, die von der „United Shoe Machinery Corporation“ und von „Charles Goodyear jr.“ entwickelt wurden, erstellt. Rahmengenähte Schuhe sind dadurch, dass alle Schichten des Unterbaus sich gegeneinander bewegen können, elastisch und bequem. Der rahmengenähte Schuh ist (fast) wasserdicht.

Das Fußbett

Wichtig ist auch die Korkeinlage zwischen Brand- und Laufsohle; sie absorbiert Feuchtigkeit und passt sich dem Fußbett an. Bei rahmengenähten Schuhen wird zur Unterstützung des ohnehin eingearbeiteten Fußbetts Kork als elastische Einlage verwendet. Der Vorteil dieses Materials ist, dass der Fuß sich sein eigenes „Bett“ in die Kork-Ebene drückt, und so eine optimale Passform geschaffen werden kann.

Der Aufbau eines rahmengenähten Schuhs

  • Die Naht als Bindung zwischen Rahmen und Laufsohle.

  • Der Rahmen, die Verbindung zwischen Oberleder und Laufsohle.

  • Die Innensohle.

  • Die Gelenkfeder für zusätzliche Stabilität.

  • Die Korkeinlage als Isolierung gegen Kälte und Hitze. In die Korkeinlage drückt der Träger sein individuelles Fußbett ein, was für zusätzlichen Komfort sorgt.

Zwei Schuh-Linien sind derzeit im Programm: Crocket's Classic Schuhe und Crocket's Finest Schuhe. Generell sind alle Crocket Schuhe rahmengenäht und ausnahmslos in allen steckt viel Handarbeit. Sie sind bekannt für ihr ausgezeichnetes Preis-Leistungsverhältnis. Die Kunden bezahlen keinen Zwischenhandel, da die Schuhe direkt für Crocket gefertigt werden.

Der Crocket Schuh wird nach Fertigstellung geprüft und von Hand geputzt (burnishing). Dadurch wird jedes Paar zum Unikat.

Klassische Schuhformen

Englische Schuhe sind jedem ein Begriff, der sich mit klassischen Herrenschuhen beschäftigt. Es sind englische Schuhformen, die den Schuhen Namen wie Oxford, Derby, Brogue oder Monk geben. Um die unterschiedlichen Schuhmodelle zu beschreiben, unterscheidet man zwischen Kategorien wie Stiefel, Halbschuhe usw.

Halbschuhe für Herren werden eingeteilt in Schnürschuhe, Slipper (ohne Schnürung) und Schnallenschuhe (Monks). Schnürschuhe unterteilen sich in Derby (offene Schnürung) und Oxford Schuhe, ein seit 1880 weit verbreiteter Herrenhalbschuh mit geschlossener Schnürung.

Der Begriff Brogue stammt ursprünglich aus Irland und Schottland („brog”). Er weist auf Lochverzierungen im Schuh hin, die in früheren Zeiten vor allem dazu dienten, den Schuh durch die Löcher besser trocknen zu lassen. Heute sind die Ornamente Stilmittel, die zusätzlich aufgesetzt werden.

Full Brogue

Der Full Brogue hat ein geschwungenes Lochmuster und wird häufig auch als Budapester bezeichnet. Typisch sind die Flügelkappe und die aufgesetzte Fersenkappe, die an den Kanten verziert sind. Dieser Schuh eignet sich für Anzug wie Jeans, sollte jedoch auch in schwarz nicht nach 17.00 Uhr getragen werden.

Semi Brogue

Der Semi Brogue unterscheidet sich vom Full Brogue durch eine weniger ausgeprägte Lochung und die gradlinige Vorderkappe. Er ist die zurückhaltendere, elegante Version des Full Brogue. Er kann auch zum sportlichen Sakko getragen werden.

Monk / Double Buckled Monk

Ein eleganter Schnallenschuh, dessen Verschluss seitlich über dem Blatt liegt. Sein Name stammt tatsächlich von Mönchen (engl. monk), deren Schuhe einen Riemenverschluss hatten. Getragen wird der Schuh zu eher schmal geschnittenen Hosen, deren Stoff den Verschluss nicht verdeckt.

Punched Oxford

Der Punched Oxford liegt bezüglich seiner Lochmusterverziehrung zwischen dem Brogue und dem Plain Oxford. Durch seine Verziehrung auf der Naht der Kappe und auf der Abgrenzung zu den Seitenteilen sowie an der Ferse ist er nicht so förmlich wie der Plain Oxford und nicht so verspielt wie der Full Brogue.

Plain Oxford

Der Plain Oxford ist die schlichteste Variante des englischen Schuhs. Die einzige Verzierung ist die Naht auf der Kappe und die zwischen Vorderblatt und Seitenteilen. In schwarz kann man ihn durchaus auch zum Smoking tragen.

Derby Schuh

Beim Derby-Schnitt liegen die beiden Seitenteile, die die Schnürung tragen, auf dem durchgehenden Vorderteil. Das macht das Anziehen einfach. Dabei gilt: je schlichter die Ausführung, desto offizieller der Anlass.

Derby Punched Oxford Boot

Der Derby Punched Oxford Boot ist eine Variante der John Crocket Winter Schuhe. Es gibt das Gerücht, dass der Vorgänger dieses Boots für Prinz Albert, den Gemahl von Königin Victoria, für die gemeinsamen Aufenthalte auf Schloss Balmoral in Schottland von seinem Schuster gefertigt wurde.

Die Sohlenvarianten

Rendenbach

Seit 1871, jetzt in der vierten Generation, produziert das Unternehmen Johann Rendenbach in Trier Leder nach dem traditionellen Eichenloh-Grubengerbverfahren. Diese umweltfreundliche Produktionsweise erzeugt erstklassige Qualität. Die Rendenbachsohle trotzt Wasser und Schnee. Strapazierfähig, flexibel und atmungsaktiv zeichnet sich JR-Leder durch eine hohe Lebensdauer, optimale Hautverträglichkeit und hervorragenden Tragekomfort aus.

Rissnaht

Bei der sogenannten Rissnaht wird der Faden durch die Risslippe von der Sohlenseite aus verdeckt. Das heißt, die Sohle wird seitlich aufgeschnitten, die Vertiefung für die Naht, die Riss, wird geritzt, die Sohle vernäht und letztendlich wird die Risslippe auf die Naht wieder aufgebügelt (und nicht verklebt). Dies ist eine sehr aufwendige Variante des Goodyear-welted-Verfahrens.

Offene Naht

Bei der offenen Naht ist der Faden in seiner Riss sichtbar. Dabei ist die korrekte Tiefe und Breite der Riss sehr wichtig. Bei zu flacher Riss nutzt sich die Naht zu schnell ab, bei zu tiefer Riss kann die Sohle brechen.

Vibram Sohle

Die Vibramsohle wird von der gleichnamigen Firma mit Hauptsitz in Albizzate in Italien produziert. Diese strapazierfähige Profilsohle wird aus Gummi hergestellt. Ursprünglich wurde sie vor allem bei Bergschuhen eingesetzt. John Crocket nutzt diese Sohle für die Winter- und Countrycollection.

Henry Rust Extra Light

Dies ist eine Profilsohle, die besonders leicht und komfortabel ist. Sie verleiht dem Träger fast ein "Barfuß Gehgefühl".

Dainite Sohle in rot und dunkelbraun

Die Dainitesohle wird in England von der Firma Haboro Rubber hergestellt. Durch eine besondere Gummimischung ist sie fester und haltbarer als die Vibramsohle. Der Markenname „Dainite“ wurde von den Einwohnern der Ortschaft „Market Harbough“ kreiert, die diese Fabrik als "Tag und Nacht Fabrik" bezeichneten. Wir führen die Dainitesohle für Sie in rot und dunkelbraun. Die Dainitesohle wird speziell für die Goodyearnaht gemacht, dadurch kann sie mit Leichtigkeit ersetzt werden. Die Dainitesohle ist die ideale Schlechtwetter-Sohle.

Schuhpflege

Wir haben folgende Pflegevorschläge für Sie zusammengestellt, damit Ihnen Ihre rahmengenähten Schuhe lange Zeit erhalten bleiben:

1. Verwenden Sie immer Schuhspanner, damit Ihre Schuhe glatt und in der richtigen Form bleiben. Ideal sind Schuhspanner, die ähnlich wie Schuhleisten geformt sind. Falls Sie andere Schuhspanner verwenden: Bitte verwenden Sie Schraubleisten nur mit großer Vorsicht. Der Schuh wird nur allzu leicht überdehnt mit der unerwünschten Folge, dass der Sohlenboden überspannt wird und die Rahmennaht reißt.

Besser ist es, nicht verstellbare Schuhleisten zu verwenden, bei denen Sie die Nächst-kleinere Größe zu Ihrer Schuhgröße wählen. Etwas besonders Gutes tun Sie sich und Ihren Schuhen, wenn Sie Schuhspanner aus Zedernholz wählen. Das Zedernholz duftet angenehm und ist obendrein saugfähig, so dass dem Schuh die Feuchtigkeit, die durch das Tragen entstanden ist, entzogen wird.

2. Es dauert mindestens einen Tag, bis die beim Tragen entstandene Feuchtigkeit vollständig ausgetrocknet ist. Überlassen Sie Ihre Schuhe einen Tag der passiven Pflege der Schuhspanner und tragen Sie ein Paar Schuhe nicht zwei Tage hintereinander.

3. Sollten Ihre Schuhe nass geworden sein, trocknen Sie sie bei normaler Raumtemperatur. Stopfen Sie die Schuhe gegebenenfalls mit einer saugfähigen Zeitung aus, damit die Feuchtigkeit absorbiert wird.

Stellen Sie Ihre Schuhe niemals vor den Kamin, Heizofen oder auf die Heizung, da die Hitze das Leder austrocknet und dies somit zu Rissen im Leder führen kann.

4. Schuhputzen ist von allergrößter Wichtigkeit. Schmutz und Schlamm lassen sich am besten mit einem feuchten Tuch, während der Schuh noch nass ist, entfernen. Es ist wichtig, jeglichen Schmutz vor dem Putzen zu entfernen, da dieser andernfalls zur Verfärbung im Leder führt.

5. Die Sohle kann durch das Anbringen einer hauchdünnen Schutzsohle vor Abnutzung geschützt werden. Vorteil: Man muss die Schuhe nie neu besohlen lassen, nur die Schutzsohle wird ausgetauscht.

6. Kalbsleder- und Narben­lederschuhe sollten mit einer guten Wachs­schuhcreme in der richtigen Farbe poliert werden. Dunklere Cremes führen zu einer Verfärbung des Leders. Jeder Schuh wird in den Gehfalten besonders strapaziert. Wenn Sie diese Stellen regelmäßig gut einfetten, bleibt die Geschmeidigkeit des Leders lange erhalten!

7. Wildlederschuhe müssen vor dem ersten Tragen mit Wildleder­imprägnierspray großzügig eingesprüht werden. Sie sollte je nach Trage­intensität alle 6 bis 12 Monate wiederholt werden. Wildlederschuhe sollten mit einer Drahtbürste oder harten Bürste gereinigt werden.

Flecken können mit einem passenden Lösungs­mittel entfernt und glänzende Flächen mit Sandpapier vorsichtig aufgeraut werden.

8. John Crocket liefert alle Schuhe mit einem Schuhsack aus weichem Stoff. Wenn Sie Ihr Paar Schuhe darin lagern, sind sie stets bis zum nächsten Tragen gut geschützt.

Eine Bürste aus echtem Roßhaar ist ideal für die Schuhpflege.