Kölner Rundschau vom 13.06.14

Die feine englische Art

Vor 30 Jahren wurde der Grundstein für die Modemarke "John Crocket" gelegt
Text: Susanne Happe

Die sprichwörtliche "feine englische Art" ist Geschäftsprinzip und zwar von Anfang an. Vor 30 Jahren in seiner Studienzeit legte Dr. Thomas Schmitz (55) den Grundstein seines Geschäfts. Im Süden Englands, in einem Örtchen, wo es "mehr Kühe als Häuser gibt", wie seine Frau Tina Stelkens-Schmitz scherzt, kaufte er anfangs hochwertige Pullover und verkaufte sie aus dem Kofferraum heraus zunächst an Bekannte aus dem Tennisclub rot-weiß oder dem Müngersdorfer Reitclub. "Das zog weite Kreise" erzählt Schmitz. So weit, dass er 1987 die Marke und den Einzelhandel "John Crocket" ins Leben rief.
Im Geschäft an der Friesenstraße 50 findet der Kunde - mancher kommt tatsächlich aus Großbritannien - hochwerige britische Mode. Schmitz bedient sich bester Zulieferer aus Schottland, England oder Irland. Und der nutzt das Internet: Der Online-Verkauf läuft seit 15 Jahren, heute verkauft er 70 Prozent auf diesem Weg.
Wunderbare Lambswool-Pullover (99 Euro das Stück, zu haben in 40 verschiedenen Farben) kommen aus Schottland. "Die halten ewig - viel zu lange" mein Schmitz. Cashmere-Pullover sind in etwa 30 Farben zu haben. Tipp des Experten: Nach dem Kauf zwei Mal tragen und dann waschen, "die Faser muß sich zusammenziehen".
Crocket bietet Herren-Vollzwirnhemden, wie man sie in der Qualität vor Jahrzehnten in Londons berühmter Modestraße Jermyn Street bekam. Seidenkrawatten (39 Euro), Anzüge (Stoff: Super 140 mit Cashmere-Anteil und Horknöpfen für 329 Euro), Tweed-Sakkos und rahmengenähte Schuhe an. Ab Herbst sind Stiefeletten für Damen im Sortiment. Erstmals werden im Herbst bei John Crocket gemusterte Tweedstoffe der Firma Maling & Evans für Sakkos angeboten, die nicht gefärbt sind. Die verschiedenen Muster entstehen durch die Verarbeitung der Wolle unterschiedlicher Schafe wie Jacobs, Shetland oder Welsh Black.